Angefangen hat alles mit einem alten, schwarzen Klavier, das in meinem Elternhaus – vergraben unter allerlei Plunder – jahrelang keinen Ton von sich gab. Irgendwann überstieg meine Neugier die Trägheit und ich begann, dieses Instrument freizuschaufeln. Mein Vater setzte sich sofort daran und offenbarte sein Flair für jazzig-bluesige Improvisation. Ich war entzückt. Das wollte ich auch können.

Einige Jahre später habe ich dann an der Jazzschule Luzern Klavier studiert, dieses Studium jedoch nach zwei Jahren wieder abgebrochen. Mein Herz schlug doch mehr für die Popmusik. Die Gitarre kam ins Spiel und ich begann, leidenschaftlich Mundartlieder zu schreiben – viel Eigenes, aber auch zahlreiche Übersetzungen, insbesondere von Leonard-Cohen-Liedern. Diese Leidenschaft für das Mundartlied hat mich nicht mehr losgelassen und ich konnte ihr in meinen Projekten Brothus, D’Lieder vom Leo, d’Brodmanns, Ilosch und Allalon sowie Tobis Welt ein schönes Zuhause geben.
Mein Grundeinkommen sichere ich mir als eine Art Haustroubadour in vier Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigung. Dort gebe ich wöchentlich Mitsingkonzerte, leite Singkreise und Bandworkshops. Zudem habe ich das „Soundsyndrom Festival“ ins Leben gerufen – ein Musikfestival im Zeichen der Inklusion, das alle zwei Jahre in der Roten Fabrik in Zürich stattfindet.
Ich bin sehr glücklich, in der Musik eine Kunstform gefunden zu haben, die den Moment feiert, in der Rhythmus, Klang und Sprache von Bedeutung sind und die zudem immer auch ein sozialer Akt ist.
